Wortschatz : Wörter des Tages : Belegstellen für »Burnout« am 27.11.2011
  1. Problem: Depressionen, Burnout oder Angststörungen können jeden treffen.
  2. Nur Meinungen, wonach sie dem Burnout nahe gewesen sei, teilte Zettel nicht.
  3. "Burnout ist eine Ausweichdiagnose"
  4. Ausgebrannt, erschöpft, am Ende: Burnout gilt als Massenleiden der modernen Arbeitswelt.
  5. Sie dagegen bezeichnen Burnout als Modewort.
  6. Aber in psychiatrischen Fachbüchern sucht man den Begriff Burnout bis heute vergeblich.
  7. Wenn von Burnout gesprochen wird, liegen sehr häufig alle Kriterien einer depressiven Erkrankung vor.
  8. Burnout meint oft nichts anderes als eine Depression, und das ist eine ernst zu nehmende psychische Erkrankung, oft sogar eine lebensbedrohliche.
  9. Burnout klingt vielleicht besser.
  10. Aber ich halte es für gefährlich, von Burnout statt von Depression zu sprechen.
  11. KarriereSPIEGEL: Vielleicht erleben Depressive den Begriff Burnout ja als weniger stigmatisierend und stellen sich eher ihrer Erkrankung.
  12. Wenn Arbeit und Privatleben völlig aus dem Gleichgewicht geraten, droht ein Burnout: Wie belastbar sind Sie, wie steht es um Ihre seelischen Reserven?
  13. Hegerl: Es mag ja sein, dass die Diskussion über Burnout dazu geführt hat, dass es für manchen depressiv Erkrankten leichter geworden ist, sich Hilfe zu holen.
  14. KarriereSPIEGEL: Was wäre so schlimm daran, sie etwas vornehmer als Burnout zu bezeichnen?
  15. Burnout suggeriert, eine Auszeit, Urlaub und mehr Schlaf könnten helfen.
  16. Hegerl: Wenn mit Burnout nur das alltägliche Gefühl der Erschöpfung gemeint ist, dann vielleicht schon.
  17. KarriereSPIEGEL: Sie meinen also, der Begriff Burnout verschleiert, ob jemand nur urlaubsreif oder schon krank ist?
  18. Von Burnout zu sprechen, ist alles andere als hilfreich, weil man damit alltägliche Erschöpfungen genauso meinen kann wie schwere, lebensbedrohliche Depressionen.
  19. Letztlich verharmlost der Begriff Burnout damit eine Depression.
  20. KarriereSPIEGEL: Aber drückt Burnout nicht viel besser aus, wo die eigentlichen, die gesellschaftlichen Ursachen liegen: Die moderne Arbeitswelt verheizt die Seelen vieler Menschen?
  21. Bei der Mehrzahl der Betroffenen ist schlicht nicht gerechtfertigt, was der Begriff Burnout postuliert: nämlich dass Überforderung und Verausgabung in der Arbeit die Ursache wären.
  22. Hegerl: Wäre Burnout oder Depression eine Folge beruflicher Überforderung, dann sollten ja vor allem Personen im Hochleistungsbereich betroffen sein, Sportler zum Beispiel, und weniger Rentner, Studenten oder Arbeitslose.
  23. Und das sollten wir nicht aufs Spiel setzen, indem wir sie wieder hinter einer neuen Ausweichdiagnose wie Burnout verstecken.
  24. Denn Depressionen kann und hat oft schlimme Hintergründe, die mit den unter Burnout signifikanten Symptome nichts zu tun hat.
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